Spurensuche
in Poppelsdorf
Aus der SIGNAL-Reihe "ZWISCHEN MELB UND WEIHER",
erschienen im Jahre 1982
Sie können
Poppelsdorf jetzt förmlich in die Tasche stecken. Es gibt nämlich ein neues
kleines Buch, das wie ein Wegweiser durch den Ort und seine Geschichte führt.
In zehn Kapiteln, die Spuren genannt werden, wird der Leser durch die kurfürstliche
Zeit geleitet. Das klingt schon an, wenn man sich das Bild der Poppelsdorfer
Kirmes auf dem äußeren Buchdeckel anschaut. Es beschreibt die Gründung 1746,
als der Kurfürst Clemens August dieses Fest der Kirchweihe anordnete und so den
Poppelsdorfern die Tradition der Kirmes bescherte, Denn eigentlich hätten sie
noch kein Fest dieser Art feiern dürfen, weil es im Ort noch keine Pfarrkirche
gab. Das bunte Treiben auf der Darstellung lässt etwas von der Festzeit ahnen,
die dem Kurfürsten selbst wohl die größte Freude bereitet hat. Es wird von
ihm erzählt, er habe an allen Attraktionen lebhaft teilgenommen. Er besuchte
die Buden mit ihren Verkaufsständen, sah und hörte zu, was die wandernden
Schauspielertruppen auf den kleinen Bühnen vorspielten. Er bestaunte die
Gaukler und Jongleure, schnupperte den Bratenduft und die Aromen der Suppen, Würste,
Brote und Beilagen, die allenthalben feilgeboten wurden. Man überlieferte der
Nachwelt, er sei auf seinem Fest wohl der beste Kunde gewesen, indem er
reichlich Geld ausgab.
Ob es sein
Lieblingsschloss gewesen ist, das Poppelsdorfer Schloss, kann der Leser selbst
herausfinden, genauso erfährt er, wie oft er dort weilte und wie er seine Clemensruhe
eingerichtet hatte. Manch galantes Spiel und listiger Schabernack ist im kurfürstlichen
Garten getrieben worden, wo versteckte Fontänen die arglosen Flaneure überraschend
mit erschreckendem Nass übergossen.
Der Leser wird beim
Rundgang durch die Poppelsdorfer Straßen an viele Dinge aus der Zeit erinnert,
als man „unter dem Krummstab“ lebte. Auch längst untergegangene Schlösser
tauchen auf - etwa die Sternenburg und die Katzenburg. Und was der Wasserträger
bedeutete, das erfährt man auch. Viele farbige Abbildungen, kolorierte Karten
und Pläne aus früherer Zeit ergänzen die Kapitel, an die auch eine prägnante
Zeittafel angeschlossen ist. Gezielte Quellenangaben und Querverweise regen zum
Weiterstudieren an, dabei hilft auch ein Glossar, das die nicht alltäglichen
Begriffe erläutert.

Handlich: Das Buch ist in
den örtlichen Buchhandlungen, in der Pfarrbücherei und in
der Poppelsdorfer Heimatsammlung (Mittwoch 9.30 bis 11 Uhr, Donnerstag 14.30 bis
17 Uhr) zu erhalten. Es kostet für Mitglieder des Fördervereins Poppelsdorfer
Geschichte 10 Euro, sonst 14,50 Euro.
30.12.02 21:11