Das
Marienhospital auf dem Venusberg
Aus der SIGNAL-Reihe "ZWISCHEN MELB UND WEIHER",
erschienen im Jahre 1979
Zwar steht das Marienhospital auf dem Venusberg etwas außerhalb des Fluchtlinienbereiches
Melb und Weiher, aber es ist echtes Poppelsdorfer Gewächs. Der erste sichtbare Griff des
damals wachsenden Stadtteils auf die Höhe. 1881 waren die Schwestern auf Betreiben des
derzeitigen Pfarrverwalters Th. H. Hürth für den Kindergarten nach Poppelsdorf gekommen.
Nach den Unterlagen im Stadtarchiv muß auf dem Berg bereits seit 1884 ein kleines Haus
für die Schwestern bestanden haben. Es sind die armen Franziskanerinnen von der ewigen
Anbetung. Das Mutterhaus in Olpe, also im kölnischen Sauerland.

Ein Herr Lang Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Poppelsdorf - das gab es auch
damals - schenkte den Schwestern den Platz und 6.000 Goldmark zum Bau des Hospitals
1890-1892 war die Bauzeit des ersten Bauwerks nach dein Plan des Aachener Architekten
Joseph Hürth. Dessen Bauleiter war Franz Langenberg, der ja auch unsere Pfarrkirche St.
Sebastian geplant und deren Bau er geleitet hatte. (Die Angaben verdanken wir dem
Großneffen des Baumeisters, Julius Langenberg, der in der Bennauerstraße wohnt.)
Am 25. März 1892 ist Einweihung des Hospitals, das im gleichen Jahr 21 Patienten zählt.
1913 waren es aber 3.500 Kranke mit fast 80.000 Verpflegungstagen. Ab 1896 bereits waren
ständig Anbauten und Erweiterungen notwendig geworden.
Am 13. Mai 1914 legte Pfarrer Pattoni aus Poppelsdorf den Grundstein zur Kapelle, die nach
der Plänen von August Scheidgen aus Bonn errichtet wurde. Es ist ein unverhältnismäßig
großer Bau, dessen Inneres, wie die Fenster beweisen, sogenannten neugotischen Charakter
hatte. Der barocke Dachreiter der Kapelle ist immer noch das Wahrzeichen des Hospitals.
Ab Kriegsanfang 1914 wurde das Marienhospital Lazarett, erst für deutsche Soldaten dann
ab Dezember 1918 für Kanadier. Sie und die vorübergehend folgenden Engländer
übernahmen das Lazarett in eigene Regie. Kontakte der Schwestern zur Außenwelt waren
streng verboten. 1920 übernahmen Franzosen den Bau, die sich eine Zeitlang mit dem
Gedanken trugen, den Komplex zu enteignen. 1920/21 herrschte eine Grippeepidemie und 1924
eine Diphtherie mit hoher Sterblichkeit. Am 28. Januar 1926 wird dann der Komplex vom
Militär geräumt.
15 Monate dauern die folgenden Um- und auch Erweiterungsbauten. Architekt war wiederum
August Scheidgen. Das Hauptgebäude erhielt damals den spitzbogigen Pforteneingang mit
charakteristischen Zügen des Expressionismus. Die Mariensäule in der Mitte des
Rundbeetes war eine Stiftung der beteiligten Unternehmer, ausgeführt von Bildhauer Dr.
Menser (Kaufmannstraße).

Am 10. Juni 1927 wurde das Hospital feierlich wiedereröffnet. Als Ärzte waren tätig die Professoren Janssen, Graff und Els sowie Dr. Leuwer.
Genau 30 Jahre später, vom 16. auf den 17. April 1957,
wütete ein Brand im Hauptgebäude, der wiederum erhebliche bauliche Änderungen erzwang.
Unter dem Architekten Sondermann erhielt der Mittelteil abermals ein neues Stockwerk. Ein
moderner Zwischentrakt verbindet Hauptgebäude und Seitenflügel, die ebenfalls erheblich
größer und architektonisch bedeutsamer geworden sind. Vor allem benötigte das
Schülerinnen-Heim als Anbau des Schwestern-Hauses Platz. Am 30. September 1958 meldete
der General-Anzeiger das Ende der diesmaligen, zweijährigen Bauzeit, während der die
enorme Summe von 2,5 Millionen verwendet werden mußte. (1979)
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Das Marienhospital heute: www.marien-hospital-bonn.de
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