Treffpunkt yesterday
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Der folgende Artikel ist in der Ausgabe März 1976 erschienen:


Die "Närrischen Gesellen":

Fröhlichkeit aus eigener Kraft und mit eigenen Kräften

Getreu dem Motto Adolf Kolpings, daß "Frohsinn und Scherz" in jedes Menschen Leben einen Platz haben müssen, sind die Kolpingsfamillen seit Jahrzehnten besondere "Hochburgen" rheinischer Fröhlichkeit.

Als vor 44 Jahren die Kolpingsfamilie Bonn-Poppelsdorf durch den Spruch der "braunen Diktatur" zur Auflösung gezwungen wurde, war der Weg nicht weit zur Gründung des Vereins der "Närrischen Gesellen", in dem sich die Poppelsdorfer Kolpingsöhne weiter trafen und so dem Sturm des Tausendjährigen Reiches« standhielten.

4 mal 11 Jahre des Bestehens der "Närrischen Gesellen" ist deshalb ein Grund zum frohen Rückblick, zugleich aber auch Ermutigung, das verpflichtende Erbe der Vergangenheit, das in schwerer Zeit so vielen eine unentbehrliche Stütze war, in die Zukunft hineinzutragen. Daß die "Närrischen Gesellen" der Kolpingsfamilie Bonn-Poppelsdorf hier auf dem rechten Weg sind, zeigten die beiden "jecken" Festsitzungen unter dem Motto: "Poppelsdorf en Dur on Doll", - auch diesmal wieder, wie gewohnt, nur mit eigenen Kräften gestaltet.

Vor ausverkauftem Hause wurde ein so buntes und reichhaltiges Programm geboten, daß jedermann auf seine Kosten kam. Närrische Ratschläge zum Tapezieren fehlten ebenso wenig wie humorvolle Anmerkungen zum Bönnschen Busfahren. Ein Geisterballett gab sich die Ehre. Einblicke in die "Unterwelt" und Erlebnisse eines Rom-Pilgers, die "Doof Noß" und "Klotz on Klötzchen", die Erfahrungen eines "Arbeitslosen" und des "Ärmen Schluffen" -, sie alle brachten den Saal in Schwung, angefeuert von der begeisternden Kapelle der Poppelsdorfer Gitanos".

Erwähnt werden muß schließlich, daß sich dem Charme der Damengruppe niemand entziehen konnte-, Alt und Jung ließen sich nicht lange zum Mitsingen bitten: "Oh, du schöner Parapluie!" - Die kostbaren Hausorden waren hier, wie auch bei den anderen gelungenen Darbietungen, der begehrte und verdiente Lohn!

Nicht nur "jecke" Münsterländer und Düsseldorfer Tön in der Bütt - "de Egbert", "de Oskar", "de Bläckfooß" - sondern auch die große Zahl der von weither Angereisten zeigte, daß echte Fröhlichkeit - spritzig serviert nach der bewährten Art der "Närrischen Gesellen" - ansteckend bleibt. Im Nu war aus dem "Närrischen Auditorium" eine große Familie geworden: Poppelsdorf en Dur on Doll"! Da fiel dem Schultheiß Paul Stoll, der vom Elferrat tatkräftig unterstützt, schon so manches Jahr den "Kampf gegen Muckertum und Griesgram" erfolgreich bestanden hat, auch diesmal der Sieg nicht schwer!

Poppelsdorf, schon 60 Jahre eingemeindet und derzeit von wilder Bebauung betroffen, bewahrt noch viel Eigenständiges. Wer wollte leugnen, daß der Poppelsdorfer Karneval, daß der Karneval der Kolpingsfamilie Bonn-Poppelsdorf und ihrer "Närrischen Gesellen" hier seinen festen Platz hat? Hoffentlich noch viele weitere 11 Jahre!

J J J J J J J J

weitere Informationen zu den Närrischen Gesellen

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27.05.01 21:21