Poppelsdorfer Heimatsammlung Stöcker
Seit langem ohne passendes Schloss
HEIMATMUSEUM Schlüssel der alten Kapelle sind
ein "echter Hingucker"
POPPELSDORF. Rund zwanzig Zentimeter in der Länge messen die beiden schwarzen
Schlüssel aus dem Bestand des Poppelsdorfer Heimatmuseums. Für sie gibt es schon seit
mehr als einem Jahrhundert kein passendes Schloss mehr. Denn: Sie gehören zum Eingangstor
der alten Poppelsdorfer Kapelle, die - 1812 an der Stelle des heutigen Poppelsdorfer
Platzes erbaut - rund 80 Jahre später wieder abgerissen wurde. Die Begründung dafür
gibt Helmut Uessem, Leiter des Museums: "Die Bevölkerung wuchs Ende des 19.
Jahrhunderts so stark, dass die Poppelsdorfer eine neue, größere Pfarrkirche, nämlich Sankt Sebastian, bauten und ihre alte Kapelle dem
Verfall preisgaben.«

Foto: Helmut Uessem
Zumindest die Schlüssel zu diesem Gebäude blieben jedoch erhalten, vielleicht auch wegen
ihres ungewöhnlichen Aus-
sehens. Denn der Griff des einen Schlüssels hat die Form eines Hammers. Laut Uessem gibt
es dafür zwei Erklärungen.
Die eine besagt, dass der Hammerkopf dem Küster für gelegentliche Reparaturarbeiten auf
seinen Rundgängen durch die
Kirche diente. Die andere geht von einem symbolischen Gehalt des Schlüsselgriffes aus.
"In der Osternacht könnte damit an die Tür der verschlossenen Kirche geklopft
worden sein, die wiederum das Grab Christi darstellte", mutmaßt Uessem. Welche
Erklärung nun zutrifft, kann man heute nicht mehr feststellen. In jedem Fall aber, so der
Hobby- historiker, seien die Schlüssel ein Glücksfall für das Museum - eben ein
"echter Hingucker".
(Quelle: General-Anzeiger Bonn, whe, 2001 - Wir danken dem Bonner General-Anzeiger für die freundliche Unterstützung - die redaktion www.poppelsdorf.de)
21.04.01 22:19