Poppelsdorfer Schloss / Schloss Clemensruh
Am Ende der Poppelsdorfer Allee von der Stadt Bonn aus steht das Poppelsdorfer Schloss. Es wurde 1715 von Kurfürst Joseph Clemens nach Plänen des Pariser Hofarchitekten Robert de Cotte und des örtlichen Baumeisters Guillaume Hauberat an der Stelle einer mittelalterlichen Wasserburg erbaut, die nach Kriegszerstörungen im 17. Jahrhundert abgerissen wurde. Der quadratische, durch Eck- und Mittelpavillons lebhaft gegliederte Bau umschließt einen runden Arkadenhof Es ist eine nahezu vollkommen geglückte Verbindung zwischen Quadrat und Kreis. Nach dem Tode Joseph Clemens wurde das Lustschloss erst ab 1744 unter Kurfürst Clemens August wieder weitergebaut, wobei auch Balthasar Neumann mit seinen Ideen beteiligt war. Die Ausstattung muss prächtig gewesen sein, sie entsprach dem Prunk- und Geltungsbedürfnis der Zeit Ludwigs XIV, dem Sonnenkönig'. Mit dem Tode Clemens August's verarmte sein Schloss Clemensruhe. Nach der franz. Revolution übernahm der Staat Preußen die Liegenschaft und schenkte sie der neu gegründeten "Königl. Preußischen Rhein. Universität", ab 1828
"Rhein.-Friedrich-Wilhelms-Universität", als Lehr- und Sammlungsgebäude. Der barocke Schlosspark wurde zum Botanischen Garten umgestaltet.
1945 zerstörte eine Luftmine das Gebäude zu fast 60%. In der Zeit von 1950 bis 1956 erfolgte die Wiederaufbau in sehr vereinfachter Form, den Bedürfnissen der Zeit angepasst. Von dem ursprünglichen Flair ist nahezu alles verloren gegangen, doch erfreulich erinnert heute noch die Farbgebung außen an die Hochzeit dieses Barockjuwels. In dem nur selten zugänglichen Inneren gibt es noch einen Stucksaal, der fast ursprünglich erhalten geblieben ist.

Stucksaal strahlt
wieder in alter Pracht
Gute Stube des Poppelsdorfer Schlosses für 50 000 Euro aufwändig
restauriert - Filigrane Arbeiten von italienischer Meisterhand - Bürger haben
am Tag der offenen Tür Zutritt
Von Brigitte Linden
Bonn. Es ist der ehemalige Sommerspeisesaal des Kurfürsten, den
Professor Gisbert Knopp vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege als "Perle
auf der Brosche Schloss Clemensruhe" bezeichnet. Denn der ausschließlich für
Uni-interne Veranstaltungen genutzte Prachtraum sei heute "der letzte
erhaltene barocke Stucksaal in ganz Bonn". Und der erstrahlt nach aufwändiger
Restaurierung, deren Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro sich die Universität
und die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität (Geffrub)
teilten, wieder in alter Pracht.
Vermisst
nur noch das Gemälde von Clemens August: Der oberste Denkmalpfleger Gisbert
Knopp im frisch restaurierten Stucksaal. Foto: Heinz Engels
08.05.02 22:50