Hier haben wir für Sie einige Informationen zur Schießung des Melbbades zusammengetragen.
Weitere Informationen zum Melbbad, in Abstimmung mit dem Verein "Unser Melbbad e.V.", auch unter: www.melbbad.com
Ihre Redaktion www.poppelsdorf.de

 

Mitteilung des Presseamtes der Stadt Bonn, 13. Juni 2008:

Melbbad kann bis zur nächsten Freibadsaison saniert werden

ib- Mit einem Kostenaufwand von voraussichtlich 1,5 Mio. EUR soll das Melbbad saniert und rechtzeitig zur Freibadesaison 2009 wieder eröffnet werden. Das gab das Presseamt der Stadt Bonn am Freitag nach einer Verwaltungsrunde bekannt.

Eine Instandsetzung der Becken, die Garantie technischer Funktionsfähigkeit und der Wasserqualität nach DIN-Vorschriften sind mit diesem Betrag bis zum Beginn der nächsten Freibadesaison möglich. Die Finanzierung soll im Rahmen der bisherigen Gesamtansätze des Haushalts ohne weitere Erhöhung der Verschuldung erfolgen.
Der Bau eines neuen Naturschwimmbades würde die doppelte Investitionssumme erfordern. Dafür wird zurzeit keine Finanzierungsmöglichkeit gesehen.

Über diese Lösung wird der Rat der Stadt Bonn noch in seiner Sitzung am 18. Juni informiert. Eine Beschlussvorlage für eine Dringlichkeitsentscheidung könnte bis zu den Sommerferien erarbeitet werden.

Das Bauprogramm sieht unter anderem die Demontage und Erneuerung der defekten Technik - insbesondere der Filter - Bodenarbeiten, neue Beckenköpfe, Leitungen, Rohre, einen neuen Schwallwasserbehälter sowie den Einbau einer Beckenfolie vor.

Baumanager Friedhelm Naujoks, der für das Projekt die Federführung übernommen hat, erklärt: "Der Terminplan ist auf Kante genäht, aber mit Doppelschichten und Samstagsarbeiten umsetzbar. Wenn der Rat für diese Strategie grünes Licht gibt, wird die Verwaltung alles tun um den Eröffnungstermin zu garantieren."

Eine komplette Erneuerung und Modernisierung des Melbbades ist mit der zur Verfügung stehenden Summe zwar nicht möglich. Mit der Sanierungsstrategie wird das bei vielen Bürgerinnen und Bürgern beliebte Kultbad am Melbtal jedoch wieder benutzbar sein.

 

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 22.05.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 10.04.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Melbbad-Freunde sagen Stadt den Kampf an

Nach seiner Ankündigung, aus dem Verein austreten zu wollen, lässt sich Jürgen Broich nun wieder an die Spitze wählen - Damit das Freibad wieder öffnet, sind Aktionen geplant

Von Judith Voss

Ippendorf. Jürgen Broich bleibt Vorsitzender des Fördervereins Unser Melbbad. Zwar gab er in der vergangenen Woche gegenüber dem General-Anzeiger an, sein Amt niederzulegen und aus dem Verein auszutreten.

Doch bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Restaurant Poseidon ließ er sich von einer überwältigenden Mehrheit wiederwählen. "Die Mitglieder haben mich so nett darum gebeten, und es gab auch keine Gegenvorschläge aus dem Auditorium", sagte er am Mittwoch.

Fast 100 Mitglieder und weitere 30 interessierte Bürger nahmen an dem Treffen teil. Die Stühle des Restaurants reichten nicht aus, viele verfolgten die mehrstündige Versammlung im Stehen.

Als Stellvertreter Broichs wurden Rainer Schalnus und Helge Siegel gewählt. Mit dem neuen Team wolle der Verein nun um das Melbbad kämpfen, erklärte Broich. "Die Mitglieder haben eindrucksvolle Aktionen geplant. Wir werden um das Melbbad kämpfen bis zum Schluss."

Wie das aussehen soll, erklärte der Versammlungsleiter und neu gewählte Schriftführer Dietrich Kleppi in einem kurzen Vortrag. Darin ging es hauptsächlich um Vorschläge für eine kostengünstige provisorische Sanierung des Bades. "Provisorien halten bekanntermaßen am längsten. Uns wäre mit so einer vorläufigen Sanierung durchaus geholfen", sagte Kleppi.

Doch er ging in seiner Argumentation noch weiter. Das Gutachten der Firma btplan GmbH zweifelte er an. "Es gibt gar kein richtiges Gutachten, sondern nur eine Zusammenfassung. Vor Gericht würde ein solches Gutachten zerpflückt", sagte er.

Auf die gewünschte Stellungnahme der Stadt mussten die Melbbad-Freunde verzichten. Zwar hatten sie Bäderamtsleiter Jürgen Hartmann eingeladen, doch blieb er der Veranstaltung fern. "Er hat nicht einmal abgesagt, obwohl uns fest zugesagt wurde, dass er kommt. Die Anwesenden waren darüber sehr erbost", sagte Broich. Hartmann saß derweil in der Bezirksvertretung Hardtberg.

Thomas Böckeler vom städtischen Presseamt erklärte, dass ein Auftreten der Stadt nicht geplant gewesen sei: "Das Sportdezernat hat entscheiden, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Veranlassung besteht, eine weitere städtische Erklärung zu dem Thema abzugeben. Der aktuelle Stand der Dinge wurde bei der offiziellen Informationsveranstaltung am 31. März bereits erläutert."

Der Verein Unser Melbbad will nun durchstarten. Die nächste Vorstandssitzung findet laut Broich am Dienstag, 15. Februar, ab 20 Uhr im Poseidon, Ippendorfer Allee, statt.

Bilder von den Schäden im Melbbad

(10.04.2008)  

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 04.04.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Melbbad: Oberbürgermeisterin pfeift Amtsleiter zurück

Verwaltungsspitze ist über Äußerungen von Hans Jürgen Hartmann verärgert

Von Judith Vossund Holger Willcke

Poppelsdorf. Die Verwaltungsspitze hat Sportamtsleiter Hans Jürgen Hartmann wegen seiner Äußerungen zur Zukunft des Melbbades zurückgepfiffen. Er hatte mehrere Varianten vorgeschlagen, wie das Melbbad während seiner Schließung genutzt werden kann - zum Beispiel als Campingplatz oder Abstellplatz für Wohnmobile (der GA berichtete).

Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann lehnt diese Ideen ab. Sie hält auch nichts von einem Verkauf des Melbbades, um dessen Sanierung zu finanzieren. Diese Ideen seien nicht mit der Verwaltungsspitze abgestimmt worden.

Persönliche Auffassungen von Amtsleitern dürften nicht mit der offiziellen Verwaltungsmeinung verwechselt werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Bei einigen Melbbadfreunden macht sich Resignation breit. Jürgen Broich, Vorsitzender des Fördervereins "Unser Melbbad" ist von den Entwicklungen der vergangenen Wochen frustriert:

"Ich bin enttäuscht von der plötzlichen Schließung des Bades. Die Mängel waren längst bekannt, und wir sind erst sehr spät informiert worden. Für diese Saison und auch für die nächsten sehe ich keine Zukunft für das Melbbad", sagt er. Auch der Vereinszweck habe sich mit der Schließung des Bades erledigt.

"Soll ich Vorsitzender einer Liegewiese werden? In unserer Satzung steht, dass wir ein Verein zur Förderung des Schwimmens im Melbbad sind. Von Sandkastenspielen steht nichts drin", kommentiert Broich die Vorschläge bezüglich einer Alternativnutzung des Grundstücks in diesem Sommer.

Deshalb werde er bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am 8. April nicht nur sein Amt ablegen, sondern auch aus dem Verein austreten. "Ich möchte den Verein aber nicht auflösen. Es gibt genügend Leute, die sich für das Bad engagieren möchten", so Broich.

Einer von ihnen ist Helge Siegel, der ebenfalls zum Verein "Unser Melbbad" gehört. Gemeinsam mit Rainer Hausmann rief er die Mitglieder auf, sich weiterhin für die Zukunft des beliebten Freibads zu engagieren. "Wir suchen Verstärkung, um den Verein wiederzubeleben. Nur so können wir gemeinsam Druck ausüben", sagt Siegel.

Die rund 1 500 Mitglieder des Fördervereins könnten seiner Ansicht nach eine starke Lobby bilden. Schon jetzt hat Siegel im Internet eine Homepage erstellt (www.melbbad.com), auf der er sich für den Erhalt des Bades durch eine provisorische Sanierung ausspricht.

Im Impressum wird die Grundhaltung als "unpolitisch, überparteilich, neutral und melbisch handelnd" beschrieben, vor allem aber sei die Seite unabhängig vom Verein "Unser Melbbad". "Ich bin aber gerne bereit, die Seite dem Verein dann zur Verfügung zu stellen, wenn wir engagierte Leute finden", so Siegel.

Zunächst seien aber die Jahreshauptversammlung und die Wahlen des neuen Vorstandes abzuwarten. "Wir hoffen, dass sich viele Leute einbringen und ein Amt übernehmen", sagt der Melbbad-Aktivist, wie er sich selbst nennt.

Die Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, 8. April, ab 19.30 Uhr im "Poseidon", Ippendorfer Allee 89, statt.

(04.04.2008)  

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 03.04.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Stadt denkt über Verkauf des Melbbades nach

Bezirksvertretung Bonn will Freibad im kommenden Jahr wieder eröffnen

Von Holger Willcke

Poppelsdorf. Im Stadthaus wird darüber nachgedacht, das Melbbad zu verkaufen und den unteren Teil des Geländes für einen modernen Schwimmbadbetrieb zurück zu mieten.
Von dem Verkaufserlös könnte dann der von vielen Bürgern gewünschte Neubau des Melbbades finanziert werden. Diese Idee wird Sportamtsleiter Hans Jürgen Hartmann wahrscheinlich Anfang Mai in der Sondersitzung des Projektbeirates Bäder vorstellen.

"Wir arbeiten derzeit an verschiedenen Nutzungs- und Alternativideen. Aber es müssen noch einige Fragen bis Anfang Mai geklärt werden", erklärte am Mittwoch Hartmann in einem Gespräch mit dem GA. Für illusorisch hält Hartmann die Forderung der Bezirksvertretung Bonn, das Melbbad 2009 wieder zu eröffnen und bis dahin zu sanieren.

Die Politiker haben diese Forderung des Bürgerbundes einstimmig in ihrer Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Verwaltung beauftragt, umgehend verschiedene Sanierungsvarianten zu erarbeiten.

Hartmann und seine Mitarbeiter haben auch schon Ideen entwickelt, wie das Melbbad, das im Sommer aus hygienischen Gründen nicht geöffnet werden kann (der GA berichtete mehrfach), genutzt werden kann. Einige Möglichkeiten: Campingplatz, Abstellplatz für Wohnmobile, Trainigsgelände für Golfer.

"Wir müssen sowohl das Schwimmer- als auch das Nichtschwimmerbecken vor unbefugter Nutzung absichern", weiß Hartmann. Allerdings wird das nicht billig. Mit Sand die beiden Bäder zu zu schütten, ist zu teuer.

Auch mit Platten abdecken, ist aus Kostengründen nicht vertretbar. Laut Hartmann wird wohl nur eine Zaunlösung übrigbleiben. Auf die Frage, was würde passieren, wenn jetzt ein Mensch unerlaubterweise in den Becken schwimmen würde, sagte Hartmann: "Wahrscheinlich nicht viel.

Aber das Beckenwasser wird mit zunehmender Zeit wegen Tierkot und anderen Verschmutzungen immer unhygienischer. Und das kann dann irgendwann zu Krankheiten führen", sagte der Sportamtsleiter.

Wegen verschiedener Defekte und baulicher Mängel kann das Wasser derzeit weder gereinigt noch bewegt werden. Sollten alle Vermarktungs- und Verkaufsideen wie Seifenblasen platzen, dann will Hartmann das Melbbad auf "ganz normalem Weg" sanieren.

Im Haushalt stehen für die Jahre 2008 bis 2012 ungefähr 9,3 Millionen Euro für die Bonner Bäder zur Verfügung. Rund die Hälfte des Geldes kann das Sportamt für das Melbbad ausgeben. Ein neues Metallbecken plus technischem Zubehör würde rund vier bis fünf Millionen kosten.

Der Umbau des Melbbades zu einem Naturbadeteich käme etwas preiswerter: etwa drei Millionen Euro. Sollte diese Strategie letztlich zum Zuge kommen, wird das Melbbad wohl auch noch über das Jahr 2011 hinaus geschlossen bleiben.

Derweil gibt es im Alten Rathaus einen Streit zwischen CDU und Verwaltungsspitze über die städtische Informationspolitik. CDU-Fraktionschef Benedikt Hauser hat Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) in einem Offenen Brief darum gebeten, zu klären, seit wann die Verwaltung von der drohenden Schließung des Melbbades wusste.

Angeblich soll Sportamtsleiter Hans Jürgen Hartmann in der öffentlichen Informationsveranstaltung der Stadt am 31. März zugegeben haben, dass er bereits im Januar dem Kioskbesitzer des Melbbades eine Umsiedlung ins Hardtbergbad aus bekannten Gründen vorgeschlagen hat.

(03.04.2008)  

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 01.04.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Melbbad: Bürger legen Kostenvoranschläge vor

Kein Schwimmen in diesem Jahr möglich

Von Judith Voss

Bonn-Poppelsdorf. Schwimmen kann man durchs Melbbad in diesem Sommer nicht. Das stellte die Verwaltung am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung im Stadthaus definitiv klar.

Unter anderem erläuterte der Diplom-Ingenieur Stefan Mersmann von der btplan GmbH sein Gutachten, das von einer Öffnung des Bades im derzeitigen Zustand abrät. Die Analyse zeigt, dass nicht nur die Überlaufrinne kaum funktioniert, sondern dass auch die Filter- und Desinfektionsanlagen keineswegs den aktuellen Standards genügen. Das alles könne die Infektionsgefahr erhöhen. "In allen wichtigen Bereichen gibt es gravierende Mängel. Wir empfehlen eine Gesamtsanierung des Bades", so Mersmann.

Der Leiter des Sport- und Bäderamtes, Hans Jürgen Hartmann, zog noch einmal den Schluss aus dem Gutachten: "Das Bad in diesem Zustand zu öffnen, wäre unverantwortlich. Deshalb bleibt es in diesem Jahr geschlossen".

Eine Entscheidung, die bei vielen der rund 60 Zuhörer für Unmut sorgte. "Wie kann es denn sein, dass sich der Zustand des Bades in nur einem Jahr so drastisch verschlechtert hat?", fragte eine Bürgerin. "Sie haben das Melbbad doch über Jahrzehnte hinweg systematisch verkommen lassen", schimpfte ein Anwesender.

Vor allem aber äußerten viele ihre Befürchtung, das Melbbad bleibe nicht nur für dieses Jahr geschlossen, zumal der Stadt für einen Neubau derzeit das nötige Geld fehlt. "Niemand spricht davon, das Melbbad komplett zu schließen. Das Bäderkonzept der Stadt sieht eindeutig vor, dass alle Freibäder erhalten bleiben. Daran halten wir auch fest", sagte Ludwig Krapf, Kultur-, Sport- und Wissenschaftsdezernent der Stadt Bonn.

Mit dieser Auskunft gaben sich die anwesenden Bürger aber nicht zufrieden. Gleich mehrere Badbesucher hatten sich die Mühe gemacht, entsprechende Fachfirmen um einen Kostenvoranschlag für eine provisorische Sanierung zu bitten. Dabei kamen Beträge zwischen 330 000 Euro und 680 000 Euro ins Gespräch - viel weniger also als die 1,7 Millionen Euro, die von der Stadt für eine provisorische Sanierung veranschlagt wurden.

"Wir sind bereit, das zu prüfen. Wenn es Einsparmöglichkeiten gibt, ergreifen wir die natürlich gerne", sagte Thomas Frenzel vom städtischen Gebäudemanagement. Für den Sommer 2008 wird das allerdings nichts nutzen. "Das würden wir doch niemals schaffen, das Bad bis zum Sommer zu sanieren", so Hartmann. Allerdings forderte er die Bürger auf, sich Gedanken um eine alternative Nutzung des Melbbades für diesen Sommer zu machen.

Ob Liegewiese, Riesen-Sandkasten oder Bühne - kreative Vorschläge nimmt das Sportamt per E-Mail (sportamt@bonn.de) entgegen. "Es ist ja vorerst nur für dieses Jahr. Wir werden es schaffen, das Melbbad vernünftig zu sanieren und damit noch attraktiver zu machen", so Hartmann. Wie lange das dauern wird, konnte am Montag niemand sagen. "Schade", fand das eine Bürgerin, "denn das ist doch die Kernfrage: Wann können wir endlich wieder im Melbbad schwimmen?". Die Antwort blieb man ihr schuldig.

(01.04.2008)  

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 18.03.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Bilder von den Schäden im Melbbad

Förderverein präsentiert Lösung für das Poppelsdorfer Melbbad

Edelstahlplatten sollen die Überlaufrinne begradigen - Eine Fachfirma findet auch für die schlechte Durchströmung der Becken eine einfache technische Lösung, mit der sich sogar Geld sparen ließe

Von Rolf Kleinfeld

Bonn. Gelingt dem Förderverein "Unser Melbbad" das, was die Stadt Bonn bisher nicht schaffte - nämlich die kommende Badesaison in dem beliebten Poppelsdorfer Freibad sicherzustellen? Am Montag präsentierte der Verein eine Lösung, wie die baulichen und hygienischen Mängel in den beiden Schwimmbecken kostengünstig und auf die Schnelle behoben werden können.
Der Chef einer Fachfirma für Wassertechnik, die auch schon für die Stadt Bonn im Römerbad tätig war, kam bei einer Ortsbesichtigung zu dem Ergebnis: Technisch ist die Lösung gar nicht so schwierig. Man müsste Edelstahlplatten auf den gesamten Überlaufrinnen beider Becken befestigen, "dann haben wir wieder einen 100-prozentig perfekten Überlauf", erklärte Vereinschef Jürgen Broich.

Die ungenügende Durchströmung der Becken könne man verbessern, indem der Wasserzulauf nicht nur wie bisher an einer Seite stattfinde, sondern an beiden Kopfenden der Becken. Dazu müsse man nur einige Rohre umklemmen, die bisher für den Ablauf reserviert waren. Dann werde das Wasser komplett über den Überlauf ausgetauscht. Dieser ist bisher ans Kanalnetz angeschlossen und müsste künftig mit der Filteranlage verbunden werden.

Der Vorteil: "Dadurch kann man auch noch Kosten sparen, denn das Wasser aus dem Überlauf ging bisher direkt in den Kanal und kann künftig weiterverwendet werden," so Broich. Nötig sei dazu aber der Einbau eines Schwallwasserbehälters, wie er in modernen Bädern genutzt werde.

Architekt Markus Bergerhausen, der mit seinem Vereinskameraden Broich bei der Ortsbesichtigung war, ist sicher: "Das alles kostet deutlich weniger als die von der Stadt prognostizierten 1,7 Millionen Euro und ist darüber hinaus keine Wegwerfinvestition." Broich hofft, mit einem Drittel dieser Summe auszukommen. Denn auch die Filtertechnik müsste angepasst werden. Weil das technisch und rechnerisch nicht so einfach sei, wolle die Fachfirma nächste Woche einen Vorschlag dazu unterbreiten.

Die beste Nachricht für Badegäste: Die Lösung soll sogar noch bis zur Saisoneröffnung kurzfristig umzusetzen sein - wenn man dafür schnell grünes Licht gibt und die Finanzmittel zur Verfügung stellt. Für Bürgermeister Helmut Joisten (CDU) steht außer Frage, dass man es versuchen sollte. "Die Lösung des Fördervereins ist so simpel, dass man auch selbst hätte darauf kommen können", sagte er.

Am Wochenende seien wieder Unterschriften für den Erhalt des Bades gesammelt worden. "Die Leute haben uns die Listen weggerissen", meinte er. Wie hoch das Interesse ist, belegt auch dies: Die Bilderserie über die Schäden sind auf GA-Online bisher 10 000 Mal angeklickt worden.

Und die Stadt Bonn? Die ist überrascht. "Wir werden uns einer guten Idee nicht verschließen", sagte Sportamtsleiter Hans-Jürgen Hartmann. "Aber es wäre schön gewesen, wenn Herr Broich auch mal zu uns gekommen wäre."

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 08.03.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Rettungsversuche fürs Bonner Melbbad beginnen

Bürgermeister Joisten und Poppelsdorfer CDU starten Unterschriftenaktion für Erhalt des Freibades - "In welcher Form auch immer" - "Das wird traurige Saison"

Von Rolf Kleinfeld

Bonn. Das schönste Freibad der Stadt darf nicht sterben: Nur Stunden nach der Entscheidung, das Melbbad in Poppelsdorf wegen gravierender Schäden in diesem Sommer nicht zu öffnen, beginnen Rettungsversuche für das Bad.

Das Bäderkonzept, erst unlängst vom Rat beschlossen, sagt zwar unmissverständlich: Alle Freibäder bleiben erhalten. Aber der CDU-Ortsverband Poppelsdorf beginnt gleichwohl ab sofort eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Freibades. Helmut Joisten, Bürgermeister und Ratsherr aus Poppelsdorf, verlangt, das Bad weiter zu betreiben - "in welcher Form auch immer".

Damit spielt er auf vorhandene Pläne an, das Freibad zu einem Kombibad mit Hallenbad und Neubauten entlang der Trierer Straße auszubauen.

Diese Idee hatte die FDP im Stadtrat bisher immer fasziniert, ohne dafür eine Mehrheit zu bekommen. Das könnte sich jetzt ändern. Voraussetzung wäre jedoch, sich von dem bisherigen Bäderkonzept zu verabschieden.

Genau das fordern nun Joisten und die Vize-Ortsverbandschefin Gabriele Schirrmeister. Ein "komplett neues" Konzept müsse auch den vorliegenden Erkenntnissen "und der neuen Situation" gerecht werden. Auf den Unterschriftenlisten, die nun in den Poppelsdorfer Geschäften ausgelegt werden, plädiert die örtliche CDU neben dem grundsätzlichen Erhalt des Freibades aber auch dafür zu prüfen, ob diesen Sommer nicht zumindest Nichtschwimmer- und Planschbecken für die Familien mit kleinen Kindern geöffnet werden könnten.

Das Melbbad, 1952 privat gebaut und 1959 in den Besitz der Stadt gegangen, war seither Anziehungspunkt für Badegäste weit über Poppelsdorf hinaus, darunter auch Generationen von Studenten.

Der Verein "Unser Melbbad", der sich seit 2001 mit mehr als 1 000 Mitgliedern für das Bad einsetzt und dabei den Betrieb auch finanziell unterstützt, war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Engagement der Bürger in diesem Förderverein, so Joisten und Schirrmeister, könne jedenfalls nicht mit einer "lapidaren Mitteilung" ausgelöscht werden.

Wie berichtet, wurden im Schwimmerbecken gravierende Schäden entdeckt. Wegen des abgesenkten Beckenbodens, der verzogenen Überlaufrinne, fehlender Frischwasserzirkulation und Mängel bei der Filtertechnik will die Stadt das Bad (zunächst einmal) in diesem Sommer nicht öffnen. "Das wird eine ganz traurige Saison", meint Rosario Granatella, der seit sechs Jahren den Kiosk im Melbbad betreibt.

Was die Mängel angeht, ist dies ein Einzelfall, so Sportamtsleiter Hans-Jürgen Hartmann. In allen anderen Bonner Bädern seien zwar Reparaturen nötig. "Aber um die muss man sich nicht so große Sorgen wie um das Melbbad machen."

(08.03.2008)  

 

 

Artikel General-Anzeiger, Bonn, 07.03.2008, mit freundlicher Genehmigung des General-Anzeigers:

Poppeldsorfer Melbbad bleibt diesen Sommer geschlossen

Selbst provisorische Reparatur würde 1,7 Millionen Euro kosten - Bäderkonzept kommt jetzt noch einmal auf Prüfstand - Politiker wegen Frankenbad-Panne sauer auf Stadt - Grüne sprechen von Trickserei

Von Rolf Kleinfeld

Bonn. Schock für die Bonner: Die Stadt legt wegen gravierender Mängel zum ersten Mal überhaupt ein Schwimmbad still. Betroffen ist das Melbbad in Poppelsdorf, das in diesem Jahr zur Freibadsaison gar nicht erst öffnet.

Als Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann Donnerstabend den Stadtrat über die Entscheidung informierte, herrschte Betroffenheit. Die Schäden, die bei einer Ortsbegehung und von Gutachtern festgestellt wurden,  sind nämlich noch gravierender als befürchtet.

Nicht nur die Überlaufrinne des Schwimmerbeckens ist verzogen, auch der Beckenboden hat sich abgesenkt. Die Filter arbeiten nur noch mit 30-prozentiger Leistung, was umso schwerer wiegt, weil es nur an einer Stelle einen Wasserzulauf gebe und sich das Frischwasser dadurch nicht verteilen könne.

Allein den letztgenannten Mangel provisorisch zu beheben, durch das Verlegen von Rohrleitungen, hätte nach Angaben von Stadtsprecher Friedel Frechen 1,7 Millionen Euro gekostet. Damit wären die hygienischen Probleme jedoch nicht gelöst gewesen, weshalb auch das Gesundheitsamt für eine Schließung plädiert habe.

In den nächsten zwei Monaten will die Stadt Bonn nun weitere Schritte überlegen. Als sicher gilt, dass der Stadtrat das Bäderkonzept erneut berät. Dessen Ziel war es gewesen, alle Freibäder zu erhalten.

Schon vor anderthalb Jahren bekamen Badegäste das Alter des Melbbades zu spüren, als im Juli 2006 ein Filterkessel platzte. In demselben Jahr war das Melbbad erst aufgewertet worden, denn der Engelsbach bekam für 557 000 Euro ein oberirdisches Bett.

Auch die Panne im Planungsamt, wo erst jetzt auffiel, dass das Frankenbad ein Denkmal ist, sorgte nicht für Erheiterung im Rat. Was dieser Umstand für den geplanten Abriss und Neubau des Frankenbades bedeutet, wollen die Ratsfraktionen jetzt ebenfalls erfahren.

Von der Stadtverwaltung regelrecht für dumm verkauft fühlen sich die Grünen. Ratsherr Rolf Beu meinte: "Spätestens nach den Auseinandersetzungen ums Metropol hätte allen Beteiligten klar sein müssen, dass der Denkmalschutz nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann."

Auch die CDU ist "äußerst irritiert". Die Nachricht zeige, "dass die Verwaltung ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat", so Fraktionschef Benedikt Hauser und Sport-Obmann Dieter Steffens. "Insgesamt zeugt das von wenig Fingerspitzengefühl bei der Verwaltung, wenn sie die Politik lange Zeit über das Bäderkonzept verhandeln lässt und ihr dabei essenzielle Informationen vorenthält."

(07.03.2008)