Kreuzbergkirche
Kreuzberg
Bonn
Zentrum für Internationale Bildung und Kulturaustausch
Tel.: 0228/28999-0
Fax: 0228128999-49


Heilige Stiege

Fotos: www.poppelsdorf.de
Lage
Der Blick von der ehemaligen Bonner Residenz über die Poppelsdorfer Allee und das Schloß
Clemensruhe zum Kreuzberg wird jedem gern in Erinnerung bleiben. Wer den Kreuzberg
hinaufgeht, ist gewiß überrascht von dem zu allen Zeiten gerühmten Ausblick in das
Rheintal, nach Bonn, Köln, Siegburg, in die Voreifel und das Siebengebirge. Vor allem
aber lernt er eine eigenartige und vielgestaltige Wallfahrtsstätte kennen. die der
Verehrung des Leidens Christi und der Schmerzreichen Mutter geweiht ist. Mehrere
Wallfahrtswege führen an alten Bildstöcken, Sieben-Schmerzen-Stationen (1864) und Sieben
Fußfällen (1964) vorbei den Weg hinan. Alle Wege vereinigen sich vor der Fassade der
Heiligen Stiege. Das älteste erhaltene Zeugnis der Christi-Leiden-Verehrung auf dem
Kreuzberg ist der Bildstock am Ortseingang von (Bonn-)Ippendorf (1616). Hier in der Nähe
befand sich bis etwa 1628 die alte Kreuzkapelle, die vermutlich in spätgotischer Zeit
errichtet wurde.
Geschichte
Am Tage des hl. Antonius im Jahre 1429 versammelten sich - so berichtet eine alte Urkunde
50 000 Menschen bei einem Kreuz oberhalb (Bonn-)Lengsdorf. Wir können vermuten, daß
dieses Kreuz an der Stelle stand, wo später die alte Kreuzkapelle erbaut wurde. Da diese
um 1627 halb zerstört war, ließ der Erzbischof und Kurfürst Ferdinand (1612-1650)
"in schönerer Lage" die heutige Kirche errichten. Sie wurde 1628 geweiht. Die
neue Kirche wurde das Hauptheiligtum der Bruderschaft von den Sieben Schmerzen der
Gottesmutter. Zur Betreuung der Wallfahrtsstätte kamen 1637 Bettelmönche des
Servitenordens nach Bonn. Da die Serviten in besonderer Weise die Schmerzen der
Gottesmutter verehren, hatte der Kurfürst den Orden aus dein Mutterhaus zu Innsbruck
erbeten. Für sie ließ er den kleinen Konvent am Westturm der Kirche erbauen. Ein
größerer noch vorhandener Bauplan -wurde nicht ausgeführt. Über 100 Jahre später
(1746) stiftete der Erzbischof und Kurfürst Clemens August die Heilige Stiege. Er ließ
auch die Kirche kostbar ausstatten. 1802 mußten die Serviten den Berg verlassen. Nur die
Bemühungen des Bonner Hofrats Caspar Oppenhoff haben Kirche und Heilige Stiege vor dem
Abbruch bewahrt (1899).
1855-1872 pachteten Jesuiten das Anwesen. Zu ihrer Zeit wurden die Sieben Fußfälle am
Weg nach (Bonn-)Endenich (1858) und die 14 Stationen des Kreuzweges (1861-1865), der rund
um den Garten des Klosters verläuft, errichtet. Von 1889 bis 1969 erfüllten die
Franziskanermönche auf dem Kreuzberg die gleiche Aufgabe wie einst die Serviten. Seit
1970 ist das ehemalige Kloster ein Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch
in Verbindung mit der internationalen Schönstattbewegung. Träger ist der Kreuzberg-Bonn
e. V. Rektor der Kirche ist der Pfarrer von (Bonn-)Endenich.
Nach der Zerstörung des letzten Krieges hat die Landesdenkmalpflege wiederholt
kostspielige Restaurierungen in der Kirche und dem Gebäude der Heiligen Stiege
durchführen lassen.
(Quelle: Die Heilige Stiege und Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn -
Rheinische Kunststätten, Heft 20, 5., veränderte Auflage 1986, ISBN 3-88094-548-9 - in
diesem 20-seitigen Heftchen finden Sie umfangreiche Informationen zur Kirche und zur
Heiligen Stiege. Das Heftchen in der Kirche käuflich zu erwerben.)
Die Kreuzbergkirche ist im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. In einem Pachtvertrag hat das Land dem Kreuzberg Bonn e.V. die Gesamtverantwortung für die Kirche übertragen
Weitere Informationen:
Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch: http://www.kreuzberg-bonn.de/
Kreuzberg-Konzerte: http://www.kreuzberg-bonn.de/ku_termine.html
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